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Prorektorat

Forschung und Entwicklung

Die PH Graubünden hat im vergangenen Jahr ihre Forschungsaktivitäten weiter ausgebaut, bedeutende Drittmittelerfolge erzielt und durch innovative Projekte sowie wissenschaftliche Publikationen ihre Position als forschungsorientierte Hochschule gestärkt.

Seit etwas mehr als zwanzig Jahren ist die PH Graubünden bestrebt, wissenschaftliches Wissen in den Bereichen Lehrpersonenbildung, Schule und Unterricht aufzubauen, zu systematisieren und zu verbreiten. Daher ist die nachfolgend dargestellte Forschung nicht nur querschnittlich, d. h. lediglich im Hinblick auf das Berichtsjahr zu betrachten, sondern auch in eine längsschnittliche Perspektive zu setzen, um die Forschungsentwicklung an der PH Graubünden auch über die Zeit hinweg einordnen zu können.
Auf dem Hintergrund dieser beiden Dimensionen zeigen die nachfolgenden Ausführungen der einzelnen Professuren, dass sie sich inhaltlich weiter spezifiziert und dadurch ihre jeweilige disziplinäre Expertise aufgebaut haben. Diese Entwicklungsdynamik hat sich im vergangenen Jahr noch stärker profiliert und damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der PH Graubünden als Hochschule insgesamt geleistet. Die zahlreichen Drittmittelerfolge, die in kompetitiven Verfahren eingeworben wurden, sind deutliche Zeichen dafür, dass der Weg der forschungsbasierten Wissenschaftsorientierung der PH Graubünden auf einem hohen Qualitätsniveau gelingt. Aber auch die zahlreichen Anfragen an Forschende der PH Graubünden, beispielsweise für fachlich einschlägige Vorträge, oder die Zusagen für peer-begutachtete Publikationen und Kongressbeiträge, belegen die im Prorektorat mittlerweile auf hohem Niveau entwickelte Expertise. Es ist erfreulich, dass sich die Entwicklung der Forschung im vergangenen Jahr nicht nur auf die Professuren beschränkt hat, sondern auch durch die Forschungsarbeiten von Dozierenden vorangetrieben wurde. Künftig können deshalb drei von Dozierenden konzipierte Forschungsprojekte realisiert werden, alle mit ausreichender Drittmittelfinanzierung, entweder durch Stiftungsgelder oder durch das Bundesamt für Sport bzw. über Forschungsbeiträge des Programms Erasmus+.

Hinter all diesen erfreulichen Entwicklungen stehen wissenschaftlich affine und forschungsinteressierte Menschen, die sich durch ihre unermüdliche Arbeit zugunsten einer stetigen Weiterentwicklung aller Wissensbereiche an Pädagogischen Hochschulen hervortun. Teils werden sie in den folgenden Beiträgen sichtbar, teils bleiben sie im Hintergrund, sind aber gerade deshalb wertvoll für die tägliche Arbeit. Ihnen allen gebührt grosser Dank. Sie haben die PH Graubünden im Bereich der Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr deutlich vorangebracht.

Professur

Im Berichtsjahr fokussierte sich das Team der Professur Erziehungswissenschaften auf die Wissenschaftskommunikation und die Erhöhung der (inter-)nationalen Sichtbarkeit in Wissenschaft und Praxis. 

Zur Wissenschaftskommunikation war das Team intensiv in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen tätig und vermittelte praxisnah die neusten Erkenntnisse zu den Themen «Förderung des selbstregulierten Lernens», «Förderung der Selbstregulation bei Kindern» sowie «Stereotype und Erwartungen von Lehrpersonen im Unterricht». Zudem konnte das Projekt FELMAS (Förderprogramm für Eltern mit Migrationshintergrund zur Verbesserung der Selbstregulation bei Kindern) erfolgreich abgeschlossen und eine Auswahl des Fördermaterials auf Deutsch, Portugiesisch, Albanisch und Türkisch veröffentlicht werden. 

Zur (inter-)nationalen Sichtbarkeit der Professur haben die Nominierung von Dr. Sog Yee Mok für die Liste ausgezeichneter Forscherinnen (AcademiaNet) durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sowie die Wahl von Prof. Dr. Francesca Suter in den Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung beigetragen. Zudem haben die beiden Forscherinnen einem internationalen Publikum erste Ergebnisse ihrer Metaanalyse zur Wirkung digitaler Tools auf die Leistung und auf das selbstregulierte Lernen vorgestellt.

Im Herbst 2024 ist zudem das 4-jährige SNF-Projekt «Flex4Kids» zur Förderung des flexiblen Rechnens von Primarschülerinnen und Primarschülern unter der Leitung von Dr. Sog Yee Mok und Dr. Christian Rüede (PH FHNW) erfolgreich gestartet.

Professur

Die Professur für Mathematikdidaktik befindet sich seit dem 2. Quartal im Aufbau. In der Forschung stehen dabei aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen zum Lehren und Lernen mit digitalen Mathematikwerkzeugen sowie zu ausserschulischen MINT-Lernorten im Fokus. Es wurde u.a. untersucht, wie digitale Mathematikwerkzeuge den Erkenntnisprozess von Lernenden in unterrichtsnahen Lernumgebungen im MINT-Bereich unterstützen und welche Entwicklungsschritte bei der instrumentellen Genese durchlaufen werden.

Innerhalb des skizzierten Fokus beschäftigten auch Fragen zur didaktisch orientierten Rekonstruktion. Mathematische Themen waren geometrische Körpermodelle und analytische Trassierungselemente. In den zugehörigen Publikationen konnten Impulse für den Unterricht gegeben werden.

Weiterhin standen Lernarrangements im Rahmen der ausserschulischen Lernorte «Schülerforschungszentrum Jena» und den «i-Camps» der PH Graubünden im Mittelpunkt. Die theoriegeleiteten Konzeptionen müssen der empirischen Prüfung standhalten. Eine vergleichende (internationale) Studie ist in Vorbereitung. Das Projekt wird massgeblich durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Parvaneh Babari betreut.

Ebenso werden attraktive und innovative Lernumgebungen entwickelt: Der wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Dunst arbeitete an interaktiven, digitalen und praxisnahen Arbeitsmaterialien zum algorithmischen Denken bei der Verwendung der digitalen Programmierumgebung «MIT App Inventor 2».

Sonderprofessur

Für die romanische Professur war 2024 insbesondere im Bereich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sehr erfolgreich. Zwei von der Professur begleitete Dissertationen sind im Berichtsjahr erschienen. Frau Jasmine Dorigo konnte ihre Dissertation «Lehr- und Lernmittel für den Sprachunterricht im ladinischen Sprachraum Südtirols» in der renommierten Reihe «Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuch- und Bildungsmedienforschung» im Verlag Julius Klinkhardt veröffentlichen. Flurina Kaufmann hat ihre Dissertation «Sprachbiographien aus Romanischbünden» online verfügbar gemacht. Der Abschluss der Dissertation einer weiteren Nachwuchsforscherin steht für Ende 2025 an. Per 1. Mai 2024 konnte die Oberassistenz (Postdoc) mit Dr. des. Andrin Büchler besetzt werden. Aufbauend auf den laufenden Projekten der Professur widmet sich sein Habilitationsprojekt der rätoromanischen Sprache im Spannungsfeld von Normierung und Variation. Zur weiteren Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde im Jahr 2024 intensiv an der Eingabe eines Forschungsprojektes beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zum Thema Lehrmittelnutzung gearbeitet. Im Rahmen dieses Projekts sind eine Postdoc-Stelle und zwei Doktorandenstellen vorgesehen. Damit wird deutlich, dass sich die Professur zunehmend als wichtige Adresse für die Förderung von wissenschaftlichem Fachpersonal etabliert und dieses Ziel auch in Zukunft im Fokus ihrer Tätigkeit stehen wird.

Sonderprofessur

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat das Projekt «MoMIt» bewilligt, das von der Professur für Integrierte Mehrsprachigkeitsdidaktik mit Schwerpunkt Italienisch (IMD) eingereicht wurde. Das Projekt situiert sich an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung und untersucht die Einstellungen, Motivationen und Emotionen, die beim Lernen, Lehren und Fördern von Italienisch als Fremdsprache bei Lernenden, Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten aktiviert werden. Darüber hinaus soll die Korrelation zwischen diesen Konstrukten und den von den Lernenden am Ende der Primarschule erreichten Kompetenzen in Italienisch bestimmt werden.

Ebenfalls wurde ein beim Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit eingereichtes Projekt bewilligt, in dem untersucht wird, wie die Korrekturpraxis von Sprachfehlern im Fremdsprachenunterricht in den vier Sprachregionen der Schweiz gehandhabt wird. Die Ergebnisse werden wichtige Erkenntnisse bezüglich der Umsetzung des Lehrplans 21 und des Umgangs mit formalen Aspekten der Fremdsprache in der Schule liefern.

2024 wurde das von swissuniversities mitfinanzierte QUATTRO-Projekt zu Ende geführt, bei dem es darum ging, durch Kooperationen in Lehre und fachdidaktischer Forschung an der Förderung des doppelten Kompetenzprofils bzw. der Verknüpfung von Theorie und Praxis zu arbeiten.

Im August 2024 sind die zweiten Primarklassen Italienischbündens mit dem neuen Italienischlehrmittel «Orbita» gestartet, das unter der Verantwortung der Professur entwickelt wird.

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