Prorektorat
Ausbildung
Hohe Anmeldezahlen, die konzeptionelle Arbeit am Projekt lernen29 sowie Wechsel in der Prorektoratsleitung und in Schlüsselpositionen prägten das Jahr.
Die PH Graubünden verzeichnete im Mai 2025 den zweithöchsten Anmeldestand ihrer Geschichte. Nach den Sommerferien sind insgesamt 523 an der PH Graubünden immatrikulierte Bachelor- und Masterstudierende ins neue Studienjahr gestartet. 471 Studierende sind allein in den Bachelorstudiengängen immatrikuliert, wovon 150 Studienanfängerinnen und Studienanfänger. 122 von ihnen haben das Studium Primarschule (1.−6.) und 28 das Studium Kindergarten und Primarschule (1.−2.) aufgenommen. Die Sprachenverteilung bleibt im mehrjährigen Vergleich mit 105 deutschsprachigen, 14 romanischsprachigen und 31 italienischsprachigen neuen Studierenden stabil. In den beiden Masterstudiengängen Sekundarstufe I sowie dem Kombi-Studiengang Sekundarstufe I und Maturitätsschulen sind 52 Studierende eingeschrieben, wobei nach den Sommerferien 27 Studierende ihr Masterstudium starteten. Auf Interesse stossen das mehrsprachige Angebot in den Bachelorstudiengängen, das Teilzeitstudium Primarschule sowie die Masterstudiengänge Sekundarstufe I und Maturitätsschulen.
Bei den 523 Studierenden nicht eingerechnet sind die Absolventinnen und Absolventen der beiden Masterstudiengänge Schulische Heilpädagogik (87 Personen) und Sekundarstufe I für Primarlehrpersonen (13 Personen). Diese Studiengänge werden in Kooperation mit anderen Hochschulen angeboten. Die Studierenden sind dementsprechend dort immatrikuliert.
Die Masterstudiengänge Sekundarstufe I und Maturitätsschulen wurden 2025 im Rahmen eines Anerkennungsverfahren seitens der EDK bestätigt. Sie überzeugen durch ihre singuläre und innovative Aufbaustruktur, die Erarbeitung von situierten Handlungskompetenzen, die Lehr-/Lernbegleitung sowie die Ausrichtung der berufspraktischen Ausbildung und die Zusammenarbeit mit Kooperationsschulen.
Der für die Bachelorstudiengänge relevante Studienplan 22 wurde 2025 überarbeitet und optimiert. Auf der Grundlage der Erkenntnisse der erstmaligen Durchführung (22–25) wurden hierbei inhaltliche wie formale Anpassungen hinsichtlich Kompetenzaufbau, Qualitätsmanagement und Regelwerk vorgenommen.
Mit dem Projekt lernen29 setzt sich die PH Graubünden frühzeitig mit der Entwicklung des Studienplans 29 auseinander. Das Projekt eröffnet die grosse Chance, die Lehrpersonenbildung an der PH Graubünden unter dem Aspekt des Lernens in einem zukunftsorientierten Verständnis nachhaltig zu prägen. Mit dem forum29 wurde ein Begleitformat zur Entwicklung des Studienplans initiiert, welches sich mit der Zukunft des Lehrens und Lernens (Hochschule und Volksschule) auseinandersetzt und sich an alle Mitarbeitenden der Hochschule richtet.
Die Berufspraktische Ausbildung der Bachelorstudiengänge setzt sich in ihrer inhaltlichen Entwicklung mit den Themen der Professionalisierung der Studierenden als angehende Lehrpersonen auseinander. Der Fokus liegt dabei in der Portfolio-Arbeit, der mehrperspektivischen Reflexion als auch im eigenverantworteten Kompetenzaufbau. Inhaltlich wie strukturell stärkt die Berufspraktische Ausbildung die Zusammenarbeit mit den Praxislehrpersonen sowie den Ausbau der inner- und ausserkantonalen Kooperationsschulen.
2025 kam es im Prorektorat Ausbildung zu personellen Veränderungen:
- Seit dem 1. Februar 2025 verantwortet Letizia A. Ineichen das Prorektorat Ausbildung. Sie übernahm als Nachfolgerin von Reto Givel-Bernhard das Prorektorat und damit verbunden ein eingespieltes und äusserst versiertes Team.
- Die Berufspraktische Ausbildung wird seit dem 1. August 2025 in einer Co-Leitung zwischen Alessandra Savino und Alexandra Zaugg geführt. Men Gustin als langjähriger Spartenleiter unterstützte die Übergangszeit mit seinem wertvollen Wissen und Beziehungsnetz. Er wurde Ende November in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Das Prorektorat Ausbildung wird massgeblich durch die Dozierenden, die Lehrbeauftragen, die Praxislehrpersonen und die Mitarbeitenden geprägt, welche alle gemeinsam die Qualität der Lehre und die Aus- und Persönlichkeitsbildung der angehenden Lehrpersonen verantworten. Besondere Verantwortung in der administrativen und inhaltlichen Organisation tragen hierbei die Studiengangsleitungen, die Bereichsleitungen sowie die Mitarbeitenden des Prorektoratsstabes inkl. Sekretariat.
Alle diese involvierten Personen leisten tagtäglich eine herausragende Arbeit zugunsten einer überzeugenden Lehrpersonenbildung an der PH Graubünden – sie sorgen für Halt, Struktur, Kooperation auf Augenhöhe und Entwicklung. Ihnen allen gebührt ein grosser und aufrichtiger Dank.
Bereich
Erziehungswissenschaften
Das Berichtsjahr war geprägt von wichtigen Entwicklungsschritten in der Lehrpersonenbildung. Mit dem ersten Abschlussjahrgang des Bachelorstudiums nach Studienplan 22 wurde ein zentraler Meilenstein erreicht. Auch in den beiden neuen Studiengängen «Master Sekundarstufe I: für Personen mit Fachbachelor» und «Master Sekundarstufe I und Maturitätsschulen: für Personen mit Fachmaster» konnte der Bereich Erziehungswissenschaften erstmals einen vollständigen Zyklus erfolgreich abschliessen und besonders positive Evaluationsergebnisse der Absolvent:innen entgegennehmen.
Die Dozierenden engagierten sich erneut breit in Bachelor- und Masterstudiengängen, in CAS-Lehrgängen sowie in Weiterbildung und Forschung. Die 2024 gestarteten Entwicklungsvorhaben wurden weitergeführt und an einem zusätzlichen Klausurtag konkretisiert. Im Zentrum steht der Shift vom Lehren zum Lernen, sichtbar auch in den individuellen Weiterbildungsschwerpunkten der Dozierenden in den Bereichen Lernbegleitung, Lerncoaching und KI.
Mit der Einführung eines neuen Qualitätskonzepts wurde die Sicherung und Weiterentwicklung der Module weiter professionalisiert. Parallel dazu wurden die hochschuldidaktischen Aktivitäten ausgebaut. Der CAS Hochschuldidaktik wird nun vollständig durch Dozierende des Bereichs verantwortet.
Zur Förderung der Zusammenarbeit fanden ein gemeinsamer Langlauftag sowie ein Teamentwicklungswochenende auf einem Maiensäss in Obersaxen statt. Zudem wirken einzelne Dozierende bereits an den Vorbereitungen für das Projekt lernen29 mit. Die erweiterten Aufgabenfelder und die Wahl von Martin Gehrig zum Studiengangsleiter Primarstufe führten zu mehreren Personalrekrutierungen.
Bereich
Sprachen
Im Fachbereich Schulsprachen zeigte sich im vergangenen Studienjahr erneut der klare Aufbau vom Grundlagen- bis zum Abschlussmodul. Das Spiralcurriculum bewährt sich: Inhalte werden stufenweise vertieft, wodurch die Studierenden ihre fachdidaktische Handlungskompetenz gezielt erweitern. Der stärkere Einsatz von KI-Tools verlangt eine laufende Anpassung der Leistungsnachweise, besonders im Fach Deutsch, wo die hohe Studierendenzahl mündliche Prüfungen erschwert. Die schriftlichen Schlussprüfungen bestätigen die Zielorientierung des Curriculums, zeigen jedoch Potenzial, professionelle Kompetenzen noch besser sichtbar zu machen. Die Zusammenarbeit zwischen den Sprachen wird als fachliche Bereicherung erlebt.
Auch im Fachbereich Fremdsprachen sind die neuen Module gut etabliert. Die Fachdidaktikmodule in den vier Zielsprachen werden nach der Erstdurchführung im Berichtsjahr für 2026 überarbeitet. Geplant sind ein stärkerer Einbezug der Praktikumserfahrungen und die Nutzung von Synergien, etwa durch die gemeinsame Planung über die Zielsprachen hinaus. Die steigende Zahl an Bachelorarbeiten im Bereich Fremdsprachen zeigt die nachhaltige Wirkung der Inhalte.
Befragungen und Prüfungsergebnisse weisen auf eine hohe Zufriedenheit hin; die Studierenden fühlen sich gut auf den Berufseinstieg vorbereitet. Verschiedene Dozierende des Bereichs Sprachen engagieren sich neben ihrer Tätigkeit in der Lehre in Entwicklungs- und Forschungsprojekten und leisten damit einen massgeblichen Beitrag zur Erfüllung des Leistungsauftrags der PH Graubünden.
Bereich
MATHEMATIK/NATUR, MENSCH, GESELLSCHAFT (NMG)
Im Sommer 2025 hat der erste Jahrgang sein Studium nach Studienplan 22 abgeschlossen. Alle Module der Bachelorstudiengänge sind nun neu konzipiert und umgesetzt worden. Neben der Ausbildung von Lehrpersonen für alle Stufen vom Kindergarten bis zur Matura sind unsere Dozierenden auch in Weiterbildung und Forschung tätig. Im Folgenden werden exemplarisch drei Projekte vorgestellt:
An der Erarbeitung und den Einführungskursen des neuen NMG-Lehrmittels «EinBlick Graubünden» sind verschiedene Dozierende beteiligt.
Mit dem interdisziplinären Projekt Archäologisches Museum für Gegenwart (AMuG) verfolgen Sabine Bietenhader und Lukas Bardill das Ziel, Lernende aktiv in die Reflexion, Gestaltung und Verantwortung kultureller Prozesse einzubinden. 11- bis 12-Jährige setzen sich historisch, künstlerisch und im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung mit Überresten aus ihrer lokalen Umgebung auseinander und realisieren eine Ausstellung in einem nicht mehr gebrauchten Stall.
Das neu konzipierte Informatikmodul MAT.06 – (be)greifbare Informatik verbindet Hochschullehre und schulische Praxis in besonderer Weise. Mit der Erkundung verschiedener digitaler Technologien entwickeln die Studierenden zuerst grundlegende informatische Denkweisen ebenso wie didaktische Kompetenzen. Anschliessend bereiten sie sich gezielt auf einen MINT-Praxistag in den i-CAMPs, der Bündner MINT-Woche, der First Lego League oder im MINTmobil vor. So wird Informatik von Beginn an handlungsorientiert und praxisnah erlebt.
Bereich
GESTALTEN/
Das Berichtsjahr war geprägt von der Weiterentwicklung der Studienpläne 22.
Das neue Modul «Kunst und Design als Abenteuer» wurde erstmals durchgeführt. Es vereint textiles, technisches und bildnerisches Gestalten in einem integrativen Ansatz. Der Unterricht findet überwiegend in Museen und Galerien im Kanton Graubünden statt. Auf der Grundlage fachlicher Inputs und der Auseinandersetzung mit den Ausstellungen entwickeln die Studierenden ein eigenes Kunstvermittlungstool, das sie später im Unterricht einsetzen.
Die Musikmodule des 6. Semesters wurden konsequent am Laborprinzip ausgerichtet. Dieses didaktische Leitprinzip fördert forschendes und erfahrungsorientiertes Lernen. Unterrichtsräume, Lernsettings und Ausbildungsformate wurden als «pädagogische Labore» gestaltet, in denen Studierende musikdidaktische Ideen erproben, reflektieren und weiterentwickeln. So entsteht ein praxisnaher, kreativer Rahmen für professionelle musikdidaktische Lernprozesse.
Im Bereich Bewegung und Sport lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der bestehenden Wahl- und Vertiefungsmodule, die den Studierenden wertvolle Zusatzqualifikationen bieten. Die etablierten J+S-Leiterqualifikationen in «Schulsport» und «Allround (Kindersport)» sowie die SLRG-Brevet-Kurse und der Leiterkurs «Schneesport» wurden weiter optimiert. Zudem wurde das Vertiefungsmodul «Bewegung und Gesundheit» mit der Zusatzqualifikation «Purzelbaum Schweiz» neu entwickelt und in den Studienplan aufgenommen.
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