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Vorwort

Dr. Hans Peter Märchy, Präsident des Hochschulrates 
Prof. Dr. Reto Givel-Bernhard, Rektor

Ein erstes Jahr ist nie nur ein erstes Jahr. Es ist ein Übergang, ein Perspektivenwechsel – und eine Einladung, Bewährtes neu zu betrachten. Seit dem 1. November 2024 übt Reto Givel-Bernhard das Amt des Rektors der PH Graubünden aus und per 1. Februar 2025 konnte das Prorektorat Ausbildung mit Letizia Ineichen neu besetzt werden. Die so neu konstituierte Hochschulleitung strebt die kontinuierliche Weiterentwicklung der dreisprachigen Hochschule an.

Die PH Graubünden startete das neue Jahr aus einer Position der Stärke. Acht etablierte Studiengänge, engagierte Mitarbeitende und mit 523 Studierenden im Herbst 2025 so viele Studierende wie noch nie zuvor – die Studierenden der Kooperations-Studiengänge Schulische Heilpädagogik und Sekundarstufe I für Primarlehrpersonen sind noch nicht einmal mitgezählt. Dieses Fundament ist das Ergebnis vorausschauender Grundlagenarbeit der bisherigen Hochschulleitung. Darauf bauen wir auf – nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung.

Auch persönlich ist dieses Jahr geprägt von Vertrautheit und Neugier. Präsident und Rektor bringen langjährige Führungserfahrung aus unterschiedlichen Bildungsräumen mit. Der neue Rektor ist seit Jahren mit der Pädagogischen Hochschule Graubünden vertraut: Seit August 2019 als Prorektor Ausbildung Teil der Hochschule, kennt er ihre Stärken ebenso wie ihre Entwicklungsfelder. Der frische Blick von aussen verbindet sich mit einem gewachsenen Verständnis von innen.

Eine Hochschule braucht Klarheit in der Führung. Der Hochschulrat nimmt seine strategische Verantwortung wahr, die Hochschulleitung führt operativ. Diese Rollen wurden im Mai 2025 bewusst geschärft: Mit der Neuregelung der Anstellungs- und Kündigungskompetenzen liegt die personelle Verantwortung dort, wo sie hingehört – nahe an der operativen Realität. Das stärkt Führung, beschleunigt Prozesse und schafft Transparenz.

Diese Klarheit zeigt sich auch in der Zusammenarbeit zwischen Präsident und Rektor. Sie ist eng, intensiv und von gegenseitigem Vertrauen geprägt – mit regelmässigen Gesprächen, sorgfältigen Vor- und Nachbesprechungen und einem gemeinsamen Verantwortungsverständnis, auch bei finanziell oder politisch anspruchsvollen Entscheidungen.

Ein sichtbares Zeichen für die Zukunft ist das Bauprojekt, das Sanierung und Erweiterung der Schulinfrastruktur umfasst. Gemeinsam mit dem Kantonsbaumeister Andreas Kohne und seinem Team wurden 2025 zentrale Grundlagen erarbeitet; die Machbarkeitsstudie wird 2026 abgeschlossen, die Ausschreibung lanciert. Pablo Horváth als Architekt der Hörsäle und der Bibliothek hat sowohl Hochschulrat als auch Hochschulleitung im Rahmen von Führungen für den schutzwürdigen Bestand sensibilisiert.

Zukunft zeigt sich aber nicht nur im Raum, sondern vor allem im Lernen. Die Retraite an der Alemannenschule in Wutöschingen hat Hochschulrat und Hochschulleitung irritiert – positiv irritiert. Eine Schule, die innerhalb staatlicher Rahmenbedingungen neue Lernformen lebt und dabei nachweislich erfolgreich ist. Hochschule ist nicht Volksschule. Deutschland ist nicht die Schweiz. Und doch ist klar: Mit lernen29 steht die PH Graubünden vor der Aufgabe, Lehre und Lernen neu zu denken und Studierende konsequent auf eine Schule im Wandel vorzubereiten.

Im kommenden Jahr stehen mit dem Antrag für eine Sonderprofessur, der Weiterentwicklung des Bauprojekts und lernen29 weitere richtungsweisende Aufgaben an, und der Hochschulrat wird für die Amtsperiode 2026 bis 2030 teilweise neu bestellt.

Das Funktionieren und Entwickeln einer Hochschule bedürfen des erfolgreichen Zusammenspiels zahlreicher Gremien und Personen. Unser Dank gilt deshalb den Mitarbeitenden, den Praxislehrpersonen, der Hochschulleitung, dem Hochschulrat, der Regierung und ihrer Verwaltung, dem Parlament und allen, die zur Weiterentwicklung der Hochschule beitragen. Nur das zielgerichtete Miteinander all dieser Player ermöglicht es, die PH Graubünden gemeinsam mit den Studierenden und den Weiterbildungs-Teilnehmenden für die Volksschule der Zukunft optimal nutzbar zu machen.

Die PH Graubünden steht an einem Punkt, an dem unter Einbezug aller Beteiligten richtungsweisende Entscheide für die zukünftige Ausbildung der Lehrpersonen vorbereitet und die Hochschule der Zukunft gemeinsam gestaltet wird.

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